Werte- und Finanzbildung für Kinder – das Spielzeug

Juli 2017 – Spiel, Spaß, Spannung – für Kinder sind Spielwaren ein aufregendes Unterfangen. Von Würfeln und Murmeln bis zu abenteuerlichen Baukästen und Fahrzeugen ist alles möglich. Mit Spielzeug verbinden sich wunderbare Momente der Kindheit, von denen sich noch im Erwachsenenalter zehren lässt. Viele ausgewachsene Kinder haben immer noch einen speziellen Platz für ihr Stofftier – zumindest im Herzen.
Das internationale Fachmagazin der Spielwarenbranche „das Spielzeug“ berichtet in seiner neuesten Ausgabe über WERTvoll macht Schule (ehemals: Projekt KinderCash) und betont die Wichtigkeit der frühen Vermittlung von Werte- und Finanzkompetenzen an Kinder. Gerade im Zusammenhang mit Spielwaren sind diese Kompetenzen von entscheidender Bedeutung. Spielen und die passenden Utensilien stehen bei Kindern selbstverständlich hoch im Kurs. Und so sind Spielwaren auch während der Durchführung von WERTvoll macht Schule an Schulen ein gängiges Thema. Denn bei all der Auswahl und dem rasenden Tempo neuerscheinender Produkte müssen und können Kinder schon früh einiges lernen, beginnend damit, dass die verzückenden Spielzeuge nicht umsonst ihren Weg ins Kinderzimmer zuhause finden. Spielwaren kosten Geld und so lassen sich nicht alle Spielträume erfüllen oder brauchen etwas Zeit, Geduld und Disziplin, bis sie sich verwirklichen lassen. Gleichzeitig bedeutet einen eigenen Spiele-Park zu besitzen nicht, dass man mehr Spaß hat oder eine höhere Wertschätzung für die Dinge hat. Am Beispiel von Spielwaren lässt sich veranschaulichen, dass ein guter Umgang mit Geld, Konsum und Werbung wichtig ist und darüber hinaus, dass sich verantwortungsbewusstes und vorausschauendes Handeln nicht nur auszahlt, sondern auch die unbeschwerte Freude am Spielzeug erhält.

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Statussymbole – Die Vergänglichkeit von Trends

Vom Luxus zum Unterstatement. Statussymbole sind in unserer Gesellschaft fest etabliert. Und so schmücken wir uns gerne mit den Dingen, die uns Anerkennung und Zugehörigkeit versprechen. Statussymbole sind eine Form der Demonstration, ein optisches Merkmal, das anderen einen Eindruck davon vermitteln soll, welchen Platz wir in der Gesellschaft einnehmen. Und nicht nur das! Mit Hilfe von Statussymbolen können wir ebenso vortäuschen, dass wir den Kriterien entsprechen und dazugehören. Solange wir die richtigen Symbole verwenden. Doch genauso, wie die Mode, unterliegen Statussymbole Veränderungen. Sie folgen Trends und so können wir beobachten, dass die Statussymbole von einst ihre Bedeutung verlieren und von einer neuen Generation abgelöst werden.

Inflation und Trends von Statussymbolen

Gerade am Beispiel der Mode zeigt sich die Vergänglichkeit von Statussymbolen. Ist es die Jeans einer besonderen Marke, die mir die Beliebtheit garantiert? Sind es die blinkenden Schuhe? Ist es das aus Naturbaumwolle hergestellte T-Shirt des neuen Ökö-Labels? Wer seine gesellschaftliche Zugehörigkeit gewährleisten möchte, muss folglich im Trend bleiben oder besser noch, wird zum Trendsetter, während die Masse versucht mitzuhalten.

Statussymbole und Sozialprestige

Statussymbole repräsentieren die unterschiedlichsten Eigenschaften. Dazu zählen, Reichtum, Macht, Bildung, Bekanntheit oder Beliebtheit. Welche Statussymbole wir wählen, ist abhängig davon, welche Wertschätzung wir einem bestimmten Status in der Gesellschaft beimessen, also was wir für erstrebenswert halten. Dies ist keinesfalls objektiv. Die Wahrnehmung verändert sich nicht nur über Raum und Zeit, sondern kann auch innerhalb einer Gesellschaft von Schicht zu Schicht oder Altersklassen variieren. So messen Großvater und Enkel wahrscheinlich nicht dem selben Status oder den gleichen Dingen große Wertschätzung bei. Und was dem einem die Mitgliedschaft im Golfclub ist, mag für den anderen der Besitz des neuesten Smartphones sein.

Von Zeptern und Stoffen

Im Unterschied zur modernen Gesellschaft, in der sich die meisten Statussymbole auf materielle Güter beschränken, waren Statussymbole früher nur dann überhaupt „erwerblich“, wenn man einem bestimmten Status bereits hatte. Dazu gehörten der Monarch und sein Zepter oder das Tragen eines Titels im Namen. Auch waren bestimmte Farben und Stoffe der Kleidung nur den oberen Schichten vorbehalten. Insofern ist der Zugang zu den meisten Statussymbolen heute deutlich einfacher. In der Regel lassen sich die meisten Statussymbole mit ausreichend Geld käuflich erwerben.

Klassiker der Statussymbole

In den letzten Jahrzehnten war es eben gerade das Geld, viel Geld, welches als Schlüsselelement für den Erwerb der „richtigen“ und begehrten Statussymbole galt. Statussymbole waren gleichgesetzt mit Luxusgütern: Teuer, auffällig, und im Zweifelsfall mit der nötigen Extraausstattung. Diamantenbesetzte Zeitmesser, Seidenschals eines Luxuslabels, Kroko-Handtasche mit passendem Reiseaccessoires, Yachten, Autos, Villen, Clubmitgliedschaften und vieles mehr – die Klassiker der Statussymbole zeigen vor allem, wer es sich leisten kann und wer nicht.

Gesund, nachhaltig und voller Technik

Mittlerweile können wir feststellen, dass hier ein Umdenken geschieht. Die neuen Statussymbole sind andere. Studien weisen beispielsweise darauf hin, wie sich die Bedürfnisse von Jugendlichen diesbezüglich geändert haben. Das Fahrrad hat so für manche mehr Symbolkraft, denn es repräsentiert, anders als die Limousine, einen Lebensstil, der umweltfreundlicher, nachhaltiger und gesundheitsbewusster ist. Die neuen Schlagwörter sind „Vintage“ und „recyclebar“. Für viele Konsumenten ist es nun wichtiger, dass eine Marke eine „Consciousness“, also ein Bewusstsein dafür besitzt, „fair“ und „clean“ zu produzieren, als Wohlstand zu repräsentieren. Daneben hat der Bereich Technik, die Digitalisierung, Vernetzung und der kompetente Umgang mit neuen Medien, einen besonders hohen Stellenwert. Damit verbunden, ist die Flexibilisierung der Arbeitswelt. Sich seinen Arbeitsort aussuchen zu können oder einfach nur mehr Zeit zu haben, wird zum neuen Luxus und verdrängt den Besitz von klassischen Luxusgütern. Doch ist es wirklich so einfach?

Zukunft ohne Luxus?

In einem TV-Spot bewarb ein Automobilhersteller sein Produkt mit dem Slogan: „Das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen!“ In gewisser Weise trifft dies auf die neue Generation von Statussymbolen zu. Sie sind dezenter geworden und tragen nicht mehr so auf, wie die funkelnden Klassiker der Statussymbole. Sie folgen einem Understatement, bei dem der Inhalt wichtiger wird, als der äußere Schein. Reichtum ist nicht mehr die oberste Maxime, sondern ein achtsamer und bewusster Lifestyle. Wenn wir genauer hinsehen, ist auch dies mitunter ein teures Unterfangen. Denn wer mit Tablet, Smartphone und Bioprodukten seinen Status entsprechend aussagekräftig symbolisieren möchte, muss es sich durchaus etwas kosten lassen. Es ist also fragwürdig, ob wir uns vom Luxus tatsächlich verabschiedet haben.

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Statussymbole bei Kindern – Risiken und Auswege

Das muss ich unbedingt haben! Meine Freunde haben auch alle eines. Früher oder später haben die meisten Eltern das schon einmal von ihren Kindern gehört. Dieses unbeschreibliche Verlangen, die Sehnsucht nach dem neuesten Smartphone, den tollsten Sneakern, der schönsten Barbie, mit dem dazugehörigen Haus und der Extra-Ausstattung. Statussymbole, die beinahe überlebenswichtig scheinen, sind keine Errungenschaft des Erwachsenwerdens. Sie existieren bei Kindern gleichermaßen.

 

Im Trend liegen
Auch wenn sich die Objekte der Begierde mit dem Alter verändern, sind Kinder doch keineswegs davor gefeit, den gängigen Statussymbolen nachzugeben und ihren Besitz anzustreben. Dahinter steht das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung. Kinder wollen von ihrem Umfeld, von Freunden und Schulkameraden akzeptiert werden. Statussymbole sind in der heutigen Konsumgesellschaft ein adäquates Hilfsmittel, um sich diesem Ziel anzunähern. Mit Trends und Marken symbolisiert man anderen, dass man dazugehört, denn nichts wäre schlimmer als Ausgrenzung. Doch es gibt ein Verfallsdatum auf Statussymbole, bei denen es sich heutzutage hauptsächlich um materielle Güter handelt. Und so etabliert sich schnell ein Wettlauf, denn kein Trend, keine Mode hält sich besonders lange. Nachdem die Spielwaren-Kollektion vervollständigt ist, folgen Spielekonsole, Handy, neueste Rucksäcke und Kleidung, und alle werden in der nächsten Saison von einem neuen Modell abgelöst.

Statussymbole und Konsum
Die Fokussierung auf Statussymbole kann schnell negative Auswirkungen haben. Zum einen sind besonders Familien mit geringeren finanziellen Mitteln betroffen. Denn um mithalten zu können, braucht man Geld. Es bringt erhebliche Kosten mit sich, wenn man sich diese Träume erfüllen und jedem Trend folgen will, und damit die Gefahr, über die eigenen Verhältnisse zu leben. Zum anderen wird mit dem Erwerb von Statussymbolen häufig kompensiert, was durch Konsum nur kurzfristig zu erlangen ist: ein „Upgrade“ auf den eigenen Selbstwert. Statussymbole vermitteln nicht nur anderen, dass man wertvoll ist, sie bekräftigen diesen Wert auch für das eigene Ich. Dies betonen besonders Studien zu Armutsfolgen bei Kindern: “Konsum stiftet Teilhabe und subjektiven Lebenssinn und stellt für Familien und Kinder oft das zentrale Medium der Statusdemonstration und Selbstwertschöpfung dar.” Werbung fördert ein reges Konsumverhalten und suggeriert dem Konsumenten – also auch Kindern – was neu, angesagt, noch besser und schöner ist. Doch nicht nur das – sie transportiert auch Werte unserer Gesellschaft. Sie zeigt uns, was es braucht, um glücklich, zufrieden und erfolgreich zu sein. Und so können schon Frühstückscerealien Erstaunliches bewirken.

Kinder unter Druck
Zwar sind Kinder in Armut ungleich schwerer betroffen, doch Wohlstand bewahrt nicht davor, die Welt nach Besitz, Aussehen und Ansehen zu bewerten und sich selbst danach bewerten zu lassen. Für Kinder kann dies einen enormen Druck bedeuten, der im Extremfall bis zum Mobbing geht. Ebenso kann es für Eltern zur Belastung werden, ständig hin und her gerissen zu sein: Da ist einerseits der Wunsch, ihr Kind zu unterstützen und vor Schaden zu bewahren. Und andererseits die Frage, ob man jedem Begehren und Kaufwunsch sofort nachgeben muss – oder das überhaupt kann.

Bewusst handeln
Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Zwar haben Statussymbole einen festen Platz in unserer Gesellschaft, aber Kinder können lernen, damit umzugehen. Das gesamte Umfeld eines Kindes kann dabei unterstützend wirken. Erwachsene, insbesondere Eltern, fungieren als Vorbilder, deren Handeln, Weltanschauungen und eigene Wünsche von Kindern wahrgenommen, interpretiert und übernommen werden. Neben den Dingen, die Kinder aktiv lernen, geschieht dies meist unbewusst. Genau an diesem Punkt lässt sich ansetzen, indem Denken und Handeln bewusster werden. Kinder brauchen die Möglichkeit, sich intensiv mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Dazu gehört, dass sie diese genauer zu bestimmen und auch zu hinterfragen lernen. So lassen sich Motive und Ursprünge identifizieren, die zur Entstehung eines Wunsches führen. Das trifft nicht nur auf Grundbedürfnisse wie Liebe, Geborgenheit, Gesundheit und Freundschaften zu, sondern in besonderem Maß auf Konsumwünsche. Deshalb ist es wichtig, Kinder über Strategien und Taktiken der Werbung aufzuklären und Grundkompetenzen aufzubauen, die einen klugen und verantwortungsvollen Umgang mit Geld zum Ziel haben. So kann ein reflektiertes und selbstbestimmtes Konsumverhalten bei Kindern angeregt werden.
Ein weiterer, noch bedeutenderer Aspekt ist es, dass Kinder lernen, ihren eigenen Wert und die Wertschätzung anderer nicht von Besitz abhängig zu machen. Dazu gehört ein guter Umgang miteinander, der auf Respekt, Toleranz und Empathie basiert. Situationen, in denen sozialer Druck und Konflikte für Kinder entstehen, müssen aufgegriffen und mögliche Lösungsstrategien aufgezeigt werden. Ebenso sollten Fähigkeiten und Talente von Kindern hervorgehoben und gefördert werden, die den Fokus von Äußerlichkeiten abwenden. Dies kann in der Schule und zuhause im Alltag gleichermaßen geschehen.

Durch das Umfeld lernen
Erwachsene können den Lernprozess der Kinder positiv begleiten, indem sie ihre eigenen Bedürfnisse und Verhaltensmuster, gerade in Bezug auf Konsum, ergründen und definieren. Die Sensibilisierung für die Problematik und ein Umdenken in der Bewertung von Statussymbolen erzielen Eltern am besten dadurch, dass sie zuerst bei sich selbst genauer hinsehen und sich klarmachen, welche Werte sie an die nächste Generation weitergeben.

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Statussymbole – Oder die Suche nach Anerkennung

Mein Haus, mein Auto, mein Boot! – so kokett wurde vor ein paar Jahren in einem TV-Spot für Geldanlagen geworben. Die Werbung verpackte mit charmantem Witz ein Gefühl, das wohl vielen bekannt vorkommt, auch wenn es nicht unbedingt die eigene Yacht sein muss: das Bedürfnis, etwas vorweisen zu können, etwas erreicht zu haben, jemand zu sein, schlummert wohl in jedem von uns. Doch was bedeutet das eigentlich? Und wieso legen wir in unserer Gesellschaft Wert auf Statussymbole?

Statussymbole und Gesellschaft
Die “Gesellschaft” ist nicht einfach eine chaotische Masse, sondern sie ist durch viele Regeln, Kategorien und Klassifizierungen geprägt – sozusagen die „Schubladen“ unserer Gesellschaft. Auf diese ist Gesellschaft auch durchaus angewiesen, denn in der Interaktion mit anderen Menschen brauchen wir einen Orientierungsrahmen. So gibt es bestimmte Muster, wie wir uns in einer Gruppe verhalten, wie wir unsere Ausdrucksweise, unser Benehmen oder Aussehen gestalten. Allein schon Sprache erlaubt Rückschlüsse auf die Herkunft oder das Bildungsniveau eines Menschen.

Die Wertigkeit von Merkmalen
Wie in einer Gesellschaft bestimmte Merkmale, etwa Bildung, bewertet werden und welche als erstrebenswert gelten, ist abhängig von den Werten, die eine Gesellschaft prägen. Diese Merkmale oder auch Statuskriterien reichen von Alter, Geschlecht, Herkunft bis zu Bildung, Beruf, Besitz, Macht oder auch persönlichen Eigenschaften. Sehen wir bei Menschen, die
älter sind, einen größeren Erfahrungsschatz und Wissen, die mehr Achtung verdienen? Ist ein Doktortitel respektabler als ein Hauptschulabschluss? Genießt ein Arzt mehr Ansehen als ein Busfahrer, der Kinder sicher von der Schule nach Hause bringt? Wie bewerten wir die Kleidung eines Menschen? Ist die glamouröse Birkin Bag wertvoller als die Jutetasche des Ökoladens um die Ecke?

Gesellschaft misst jedem dieser Merkmale einen Wert zu. Dieser Wert steht durchaus nicht fest, er kann sich im Laufe der Zeit verändern oder regional unterscheiden. Nehmen wir beispielsweise die Figur einer Frau. Üppige Rundungen galten für Rubens als Schönheitsideal und Ausdruck von Reichtum. Mit einer sich verändernden Gesellschaft veränderte sich auch dies im Lauf der Zeit und die Rubensfigur wurde durch eine Size Zero-Figur abgelöst. Dagegen gilt in Mauretanien auch heute weibliche Körperfülle als Statussymbol. Je nachdem, in welchem sozialen Kontext wir uns also befinden, gelten unterschiedliche Sets von Statuskriterien.

Die Rolle der Gruppe
Der soziale Kontext oder eben die Gruppe ist dabei ein entscheidendes Element. Denn erst im Miteinander entfalten diese Merkmale ihre volle Wirkung. Einschätzung und Bewertung im Kollektiv setzen den Maßstab dafür, was Anerkennung verdient und wichtig ist. Wären wir alleine auf dieser Welt, wäre es dagegen völlig unerheblich, ob wir reich, gebildet, mächtig wären oder „aus gutem Hause“ kämen. Erst im Vergleich mit anderen gibt es auch ein besser und schlechter. Nur in der Gruppe entsteht eine Hierarchie, in der jeder Einzelne eine bestimmte Position einnimmt. Andere erwarten von jemandem mit diesem bestimmten Status auch ein bestimmtes Verhalten.

Der Arzt und der Busfahrer 
Kehren wir also zu dem Arzt und dem Busfahrer als Beispiele zurück: Von einem Arzt erwarten wir eine eloquente Ausdrucksweise, gute Allgemeinbildung und exzellentes Fachwissen. Zudem stellen wir uns einen Arzt, wenn er nicht gerade seinen weißen Kittel trägt, wohl in einem feinen Anzug mit den passenden italienischen Schuhen und der entsprechenden Uhr vor. Dies lässt sich weiter ausdehnen auf ein schnelles, teures Auto, das Bild einer vorzeigbaren Familie im gepflegten Eigenheim oder den Luxusurlaub in einem exotischen Paradies. Dem Busfahrer dagegen sprechen wir wahrscheinlich weniger Bildung zu, eine bodenständigere Art zu sprechen und sich zu kleiden, weniger finanzielle Mittel und ein geringeres berufliches Ansehen. Außerdem sehen wir den Busfahrer vielleicht eher in einer gemütlichen Wohnung oder in der Kleingarten-Kolonie beim Grillen. Sehr überspitzt sollen diese beiden Beispiele zeigen, welche Erwartungen mit einem bestimmten Status verbunden sein können. Und diese Erwartungen wollen erfüllt, die gesellschaftliche Rolle ausgefüllt werden.

Die Funktion von Statussymbolen
Warum streben Menschen überhaupt danach, eine bestimmte Rolle auszufüllen, ihr zu entsprechen? Ganz einfach: Dahinter steht das natürliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Der Soziologe William I. Thomas beispielsweise zählt die Anerkennung zu den grundlegenden Wünschen jedes Menschen. So ist es nachvollziehbar, dass wir uns diesen Wunsch zu erfüllen versuchen, indem wir den Erwartungen an unsere Rolle entsprechen. Statussymbole haben hier eine wichtige Funktion. Das schnelle Auto, das große Haus oder der Doktortitel haben symbolische Wirkung. Mit ihrer Hilfe demonstrieren wir, welchen Status wir in einer Gesellschaft einnehmen. So wird es für andere leichter, uns zu bewerten und einzuschätzen. Doch im Vergleich mit anderen haben sie noch eine weitere Funktion: Sie spiegeln nämlich nicht nur wider, welchen Status wir innehaben, sondern auch, welchen wir gerne hätten – zu welcher Gruppe wir gerne gehören oder in welchen Kreisen wir gerne verkehren würden. Menschen sind bestrebt, sich nach außen möglichst gut darzustellen, denn wer möchte schon gerne das Schlusslicht sein? Und so schmücken wir uns mit den Statussymbolen, die in unserer Gesellschaft als besonders wertvoll gelten. Anders formuliert: Wir erhoffen uns davon hohes Ansehen. Manchmal bedeutet dies, dass wir unser letztes Geld zusammenkratzen, um vor der Tür den schönen Wagen stehen zu haben oder auch nur das neueste Handy zu besitzen. Die Belohnung ist die Anerkennung und Wertschätzung durch das Umfeld, dem wir uns als erfolgreicher, glücklicher oder zumindest ebenbürtig darstellen.

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Wir sehen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kinder gut auf die Welt vorzubereiten. Wir finanzieren unser kostenloses Unterrichtsprogramm ausschließlich durch Spenden. Wir sind unabhängig und arbeiten mit Partnern zusammen, die unsere Werte vertreten. Als gemeinnützige Bildungsinitiative achten wir auf eine flache Kostenstruktur. Dank der Digitalisierung des Programms können wir unsere Reichweite auf eine nachhaltige und kostensparende Weise steigern.

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Wie finanzieren wir uns?

WERTvoll macht Schule finanziert sich ausschließlich aus Spenden. So wird gewährleistet, dass wir unabhängig und werbefrei arbeiten können. Ziel ist es, das Unterrichtsprogramm an möglichst vielen Schulen anbieten zu können, insbesondere in strukturell schwächeren Regionen. Ihre Senden an WERTvoll macht Schule sind steuerlich absetzbar. (Freistellungsbescheid HIER)

Was wird mit den Spenden finanziert?

Mit Hilfe der Spendengelder ermöglichen wir die Finanzierung des Unterrichtsprogramms und Durchführung an den Schulen. Dies beinhaltet die Ausstattung jeder teilnehmenden Schule mit den Unterrichtsmaterialien, die projektbezogene Vor- und Nachbearbeitung und Weiterentwicklung der Unterrichtsmaterialien. Ebenfalls werden Workshops und Informationsabenden von Spenden getragen.

Wie setzen wir unsere Spenden ein

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Wertevermittlung

Werte sind die Basis und Motivation für unser Handeln. Eine intensive Auseinandersetzung damit ist wichtig. Die Wertevermittlung bildet deshalb den ersten inhaltlichen Schwerpunkt in unseren Unterrichtsmaterialien.

Die Aneignung von Werten, die Kinder bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls unterstützen, die ihr Gemeinschaftsverhalten stärken und Hilfestellung zur Reflexion des eigenen Verhaltens geben, ist uns wichtig. Kinder sollen so in ihren individuellen und sozialen Kompetenzen gestärkt werden, dass sie in der Lage sind, selbstständig und verantwortungsvoll Entscheidungen zu treffen.

Beginnend mit dem Erforschen der eigenen Bedürfnisse und Wünsche, geben wir Kindern die Möglichkeit ganz bei sich zu sein, um herausfiltern zu können, was sie mögen und was nicht. Danach setzen sich die Kinder mit den Wünschen anderer Kinder auseinander. Zum einen kann dies eine Art Kontrollfunktion für die Kinder haben, beispielsweise wenn sie ihre eigenen Wünsche mit denen in anderen Ländern vergleichen. Der Vergleich mit anderen und welche Dinge für sie “wertvoll” sind, kann hier durchaus sinnvoll sein, wenn es die eigene Wertschätzung fördert. Zum anderen werden dabei weitere Kompetenzen geschult, wie Empathiefähigkeit, Toleranz und die Fähigkeit, andere zu respektieren und zu achten, auch wenn ihre Wünsche und Werte andere als die eigenen sind.

Durch die Reflexion finden Kinder einen Weg ihre wertvollsten Wünsche und Anliegen festzulegen und lernen dabei, wie sie Prioritäten festlegen können. Gerade im Zusammenhang mit materiellen Wünschen ist dies wichtig. Denn nicht alle Wünsche lassen sich einfach verwirklichen. Geduld zu haben oder auch Verzicht zu üben, gehört zur Wertebildung dazu und verlangt dabei ein Stück Selbstdisziplin.

Ein weiterer Bereich der Wertevermittlung spricht die Gemeinschaftsfähigkeit und Hilfsbereitschaft der Kinder an. Sich als Teil einer Gesellschaft zu verstehen, bedeutet sich für diese auch einzusetzen und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Braucht ein kranker Freund etwas Unterstützung oder freut sich die Großmutter über einen netten Besuch des Enkels? Umsichtig durchs Leben zu gehen, ohne nur dem eigenen Egoismus zu folgen und dabei zu erfahren, wie schön es sein kann, für jemanden etwas Gutes zu tun, erleben die Kinder während der Durchführung des Unterrichtsprogramms von WERTvoll macht Schule.

Dies ist die beste Vorbereitung für den zweiten Schwerpunkt des Programms: die Finanzkompetenzen.

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Finanzkompetenzen

Kinder bekommen durch das Unterrichtsprogramm von WERTvoll macht Schule die Möglichkeit, den Umgang mit Geld, Konsum und Werbung zu üben und zu erlernen. Nach der Wertebildung, setzten wir inhaltlich deshalb mit der Vermittlung von Finanzkompetenzen fort. Schon ab der ersten Klasse können Schülerinnen und Schüler gut die ersten Zusammenhänge zwischen Geld, Konsum und Werbung verstehen.

Geld

Im Mittelpunkt der Finanzbildung steht zu Beginn das Herantasten der Kinder an Entwicklung und Funktion von Geld als Währung. Dabei lernen sie die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten kennen und erarbeiten die Vor- und Nachteile von Tauschhandel. Auch das Zusammenstellen von unterschiedlichen Geldsummen, Geld wechseln und das Herausgeben von Wechselgeld gehört dazu. Außerdem sollen Kinder die Sicherheitsmerkmale von Geld benennen können und unterschiedliche Aufbewahrungsorte kennenlernen. Ziel ist es, dass Kinder einen sicheren Umgang mit Geld erlernen, um später gute finanzielle Entscheidungen für sich treffen zu können, die den Rahmen der eigenen Möglichkeiten nicht übersteigen.

Werbung und Konsum

Kinder sollen durch die gezielte Auseinandersetzung mit Werbung und das eigene Entwerfen von Werbung zu kompetenteren Konsumenten werden und lernen, die unzähligen Angebote kritisch zu hinterfragen. Durch das Kennenlernen von Werbung und das gezielte Hinschauen soll das Bewusstsein für Werbung geschärft werden.

Wunscherfüllung und Verzicht

Durch die Reflexion und Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und den grundlegenden Bedürfnissen eines Menschen erfahren Kinder schließlich, wie sie Prioritäten festlegen, mit ihren begrenzt zur Verfügung stehenden Mitteln haushalten können und welche Dinge tatsächlich erfüllbar sind und auf was sie vielleicht verzichten müssen. Auch hier kommen die gelernten Wertekompetenzen direkt zur Anwendung, wenn es um die Erfüllung der materiellen Wünsche geht.

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Weiterführende Inhalte

Auf den Grundlagen der Werte- und Finanzbildung aufbauend, möchten wir Kinder umfassend bilden. In unserem neuen Themenkomplex “Nachhaltigkeit” erhalten Kinder einen umfassende Einführung in Umweltthemen, Klima- und Tierschutz, fairen Handeln und nachhaltiges Leben.

Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung

Die Kompetenzen der Werte- und Finanzbildung, die durch das Unterrichtsprogramm von WERTvoll macht Schule vermittelt werden, folgen den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung. Junge Menschen erlernen nicht nur den bloßen Umgang mit Geld für ihre individuellen Bedürfnisse. Ziel ist es, dies in einem gesellschaftlichen und globalen Kontext zu sehen. Dies beinhaltet den Gedanken der sozialen Gerechtigkeit und ein Ökonomieverständnis, das langfristig ausgerichtet ist und den sinnvollen Einsatz von Ressourcen vorsieht.

Fair Trade

Kinder sollen Kompetenzen erlangen, die ihnen ermöglichen, mit ihrem Geld verantwortungsbewusst und zielorientiert handeln zu können, dazu gehört auch, dass sie sich mit dem Thema „Fair Trade“ auseinandersetzen. Sie erfahren im Rahmen des Projekts, dass man durch den Kauf von Fair Trade-Produkten Menschen in anderen Ländern unterstützen kann, womit auch der teurere Preis der Fair Trade-Produkte gerechtfertigt wird. Kinder erhalten dadurch die Möglichkeit, ihr eigenes Kaufverhalten zu reflektieren und können Überlegungen anstellen, wie sich der Kauf von Fair Trade-Produkten möglicherweise in ihren Alltag einbauen lässt.

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Finanzbildung beginnt mit einer guten Wertebildung!

Fürth, 7.11.2016 – WERTvoll macht Schule unterstützt Kinder ab der ersten Klasse bei ihrer individuellen und sozialen Entwicklung.

Die Bildungsinitiative “WERTvoll macht Schule” hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder bei ihrer individuellen und sozialen Entwicklung so zu unterstützen, dass sie selbstbewusst, sozial und eigenverantwortlich heranwachsen können. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, kluge Entscheidungen zu treffen – auch in finanzieller Hinsicht. Die Grundlage hierfür bildet die Vermittlung von Wertekompetenzen. Kinder lernen zu reflektieren, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen und ein soziales Bewusstsein zu entwickeln. Zudem erwerben die Kinder durch das Unterrichtsprogramm Finanzwissen, um sich frei von Konsum und Werbedruck zu machen und ihr Geld gut einsetzen und planen zu können. Dabei lernen sie Ziele zu definieren und Prioritäten zu setzen.

Ausschlaggebend für den Start von WERTvoll macht Schule im Jahre 2011 war der Schulversuch des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) zur Umsetzung der Richtlinie zur ökonomischen Verbraucherbildung. Im Rahmen dieses Schulversuchs wurde WERTvoll macht Schule erstmals an der Grundschule Unterföhring (Bayern) erfolgreich getestet. Die Grundidee für WERTvoll macht Schule war es, Kinder in finanziellen Aspekten weiterzubilden, um so präventiv darauf einwirken zu können, dass es später nicht zu Verschuldung kommt. Das Konzept dazu entwickelte die Gründerin der Initiative, Diana Bartl. Selbst Mutter und Existenzgründerin, lag ihr das Thema am Herzen: “Durch unser knappes Familienbudget am Beginn meiner Selbständigkeit wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig es ist, mit Geld und Konsum bewusst umzugehen. Deshalb fing ich bei meiner Tochter früh an, mit ihr über diese Themen zu reden und sie ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. In dieser Zeit merkte ich, dass ich viele offene Fragen zum Thema Gelderziehung hatte.“

„In unserer täglichen Arbeit bei WERTvoll macht Schule und den Erfahrungen aus der Praxis stellte ich zudem bald fest, dass Finanzbildung für Kinder alleine nicht ausreicht. Es gehört einfach mehr dazu!“ so Bartl weiter. Mit der verstärkten Vermittlung von Wertekompetenzen hat die Initiative dem nun Rechnung getragen und sich den Bedürfnissen von Kindern angepasst. Heterogenität aufgrund unterschiedlicher sozialer und kultureller Hintergründe ist Normalität an Schulen in Deutschland, wenn auch nicht unbedingt in ihrer aktuellen Intensität. Kinder vergleichen sich ganz selbstverständlich mit anderen Kindern, doch können hier auch leicht Konflikte auftreten. Dabei sind Ausgrenzung oder Neid vor allem auf finanzielle Divergenzen zurückzuführen. Manche Kinder haben das neueste Handy, die tollsten Spielsachen und die teuersten Markenprodukte, während andere sich dies nicht leisten können. Die Konflikte, die dadurch entstehen, bedürfen der intensiven Auseinandersetzung und Verarbeitung. Das Programm von WERTvoll macht Schule verbindet hierbei zwei ganz wichtige Aspekte: Kinder werden in ihren sozialen Fähigkeiten geschult und entwickeln so ein besseres Verständnis für andere. Andererseits lernen Kinder, sich frei von Werbung und Konsum zu machen, ihren Selbstwert nicht über die neuesten Markenprodukte zu definieren und mit dem Geld auszukommen, dass ihnen zur Verfügung steht.

“Für einen guten Start ins Leben sind diese Kompetenzen genauso wichtig wie Rechnen, Lesen oder Schreiben”, betont Diana Bartl.

So funktioniert WERTvoll macht Schule: WERTvoll macht Schule bringt Werte- und Finanzkompetenzen in die Grundschule. Mit dem Unterrichtsprogramm lernen Kinder an ihrem üblichen Lernort im Klassenverbund und setzen das Gelernte später im Alltag praktisch um. Alle teilnehmenden Schulen und Lehrkräfte werden mit komplett ausgearbeiteten und leicht in den Unterrichtsalltag integrierbaren Unterrichtsmaterialien ausgestattet. Jedes Klasse bekommt ein besonderes Sparschwein geschenkt und jedes Elternhaus erhält das Magazin “WERTvoll” mit nützlichen Tipps. Je nach Bedarf gibt es zudem die Möglichkeit Lehrkräfte und Eltern in Workshops auf die Projektdurchführung vorzubereiten.  WERTvoll macht Schule arbeitet unternehmensunabhängig, werbefrei und wird durch Spenden finanziert. Die Teilnahme am Programm ist sowohl für Schulen als auch Eltern kostenlos.

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